Wenn man im Ausland studiert, kommen unweigerlich Kosten auf einen zu. Um diese bewältigen zu können, zumal sie teilweise höher sein können, als das, was man von zuhause gewöhnt ist, kann man auf Ersparnisse zurückgreifen.
Da diese aber nicht unendlich lang ausreichen, gibt es verschiedene Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung wie Auslands-BAföG, diverse Stipendien oder die Möglichkeiten eines Nebenjobs im Ausland.

Auslands-BAföG

Auslands-BAföG ist eine finanzielle Unterstützung seitens des Staates, welches von jedem Studenten beantragt werden kann, der bereits das reguläre BAföG bezieht und den Förderkriterien entspricht. Auch Studenten, die kein reguläres BAföG bekommen, können Auslands-BAföG beantragen, da die Lebenshaltungskosten im Ausland oftmals höher sind. Diese Art der Förderung kann auch für ein Auslandspraktikum beantragt werden.

Es gibt in Deutschland keine zentrale Einrichtung, die sich mit der Vergabe des Auslands-BAföG befasst. Jedoch wurden in ganz Deutschland, abhängig von dem Land, in dem das Auslandssemester verbracht wird, Stellen eingerichtet, an die man sich wenden kann. Es ist zu empfehlen, sich beim Bundesministerium für Bildung und Forschung zu informieren, da dort für jedes Gastland, in dem man ein Auslandssemester absolvieren kann, die richtige Postanschrift hinterlegt ist.

Seit 2008 gelten für das Auslands-BAföG neue Regelungen, wonach ein Student, der sich für diese Form des BAföG bewirbt, bereits ein Studium an einer deutschen Hochschule begonnen haben muss. Zudem muss er mindestens ein Jahr lang als Student immatrikuliert sein. Die Höhe der Unterstützung richtet sich nach zwei Kriterien: dem Einkommen des Antragstellers und dem Einkommen seiner Eltern.

Anders als Stipendien für Auslandssemester ist das Auslands-BAföG nicht an Leistungen gebunden, jedoch ist es zur Hälfte ein Darlehen, welches zurückgezahlt werden muss. Doch auch hier gibt es Ausnahmen: Studiengebühren bis zu einer Höhe von 4.600 Euro müssen nicht zurückgezahlt werden, außerdem deckt die Unterstützung auch eine Auslands-Krankenversicherung ab. Darüberhinaus werden auch Kosten für die Reise in das Gastland übernommen: innerhalb Europas sind dies 250 Euro, außerhalb sogar 500 Euro.

Stipendien für das Auslandssemester

Eine gute Alternative für Studenten, die kein Auslands-BAföG erhalten ist ein Stipendium, wofür man sich allerdings bewerben muss. Anders als das BAföG ist es einkommensunabhängig und muss nicht zurückgezahlt werden, jedoch ist eine entsprechende Studienleistung die Grundvoraussetzung, um ein Stipendium zu erhalten.

Die Stellen, die in Deutschland Stipendien für Auslandssemester vergeben, sind sehr unterschiedlich: sie reichen von EU-Bildungsprogrammen für Auslandsaufenthalte über Stiftungen bishin zu gemeinnützigen Organisationen. Die Höhe der finanziellen Unterstützung ist sehr unterschiedlich, orientiert sich aber in den meisten Fällen an den Beiträgen des Auslands-BAföG.

Der Deutsche Akademische Auslandsdienst (DAAD) ist wohl der bekannteste Anbieter von Stipendien-Programmen für Auslandssemester. Diese Organisation fördert bereits seit 1999 Auslandssemester für Studenten, die an deutschen Hochschulen eingeschrieben sind. Grundvoraussetzung für ein Stipendium des DAAD ist das Erreichen des dritten Fachsemesters. Für Studienanfänger besteht derzeit leider noch keine Möglichkeit, ein Stipendium für einen Auslandsaufenthalt zu beantragen.

Welche Leistungen ein Auslandsstipendium beinhaltet ist von Organisation zu Organisation sehr unterschiedlich: einige decken lediglich die Lebenshaltungskosten ab, andere stellen zusätzlich Geld zur Verfügung für Reisekosten, Studiengebühren, Krankenversicherung und eventuelle Impfungen.

Jobben im Ausland

Manchmal kommt es vor, dass trotz Ersparnissen oder finanzieller Förderung das Geld im Ausland knapp wird. Viele Studenten suchen sich deshalb während des Auslandssemesters einen Nebenjob. Dieser kann auch bei späteren Bewerbungen als Referenz sehr hilfreich sein.

Einen Job im Ausland zu finden ist allerdings leichter gesagt als getan, da im Voraus einige Bedingungen erfüllt sein müssen, damit ein Student überhaupt eine Arbeitsgenehmigung für sein Gastland erhält. Diese sollte bereits vor Reiseantritt beantragt werden.

Anlaufsstelle Nummer eins sollte für die Studenten die Internetseite des Auswärtigen Amtes sein, denn sie enthält alle wichtigen Informationen zu eventuell erforderlichen Impfungen, Einreise- und Visabestimmungen, Versicherungen und arbeitsrechtlichen Regelungen zu jedem Gastland bereit.

Innerhalb Europas ist es für Studenten mittlerweile recht einfach, da das Arbeitsrecht dank des europäischen Gemeinschaftsrechts auch in Liechtenstein, Norwegen und Island nahezu einheitlich geregelt ist.

Außerhalb Europas kann der Antrag für eine Arbeitsgenehmigung schon schwieriger sein, da hier beinahe jedes Land seine eigenen arbeitsrechtlichen Regelungen hat. Beispielsweise braucht man in den USA für beinahe jeden Job bzw. Jede Branche eine eigene Arbeitserlaubnis. Mit einem Touristenvisum zum Beispiel ist es von vornherein unmöglich, einen Job anzunehmen.


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