Auf diese Frage gibt es drei mögliche Antworten: Abwarten, im Ausland studieren oder seinen Studienwunsch ändern. Die letzte Antwort erscheint zynisch, sollte aber mit Blick auf viele Studienbiografien als durchaus realistische Option angesehen werden.
Oft genug kommt es zu einem Wechsel des Studiums, weil falsche Vorstellungen über dessen Inhalt und Ziel bestanden – trotz aller Information. Das auf den ersten Blick unpassende zweite Studium oder eine Lehre stellt sich dann als eigentlicher Einstieg in ein Arbeitsleben heraus, das nicht nur unter dem Aspekt finanziellen Ertrages, sondern auch dem persönlicher Zufriedenheit zum Erfolg zu werden verspricht. Daher lohnt es sich, nach einem offenen Studiengang mit maximaler Überschneidung zum zulassungsbeschränkten Studiengang zu suchen oder sich die Frage zu stellen: Was will ich eigentlich und wie kann ich das außerhalb des ursprünglich angestrebten Studienganges auch erreichen?

Teure Alternativen

Nicht immer lässt der Berufswunsch in das Korsett deutscher Bildungsrealität zwängen. Wem also weder ein Alternativstudium noch ein Gesamtverzicht samt Neuorientierung möglich erscheint, der kann sich nach einer ausländischen Universität umschauen. Wer dies frühzeitig tut, weil sich der NC-untaugliche Notendurchschnitt schon abzeichnet, handelt nicht vorschnell, sondern klug. Wie bei normalen Auslandssemestern muss man eine längere Anlaufzeit einkalkulieren. Das Auslandsstudium kann in der Heimat Karrierevorteile bringen. Negativ sind die sprachlichen Hürden, die teilweise vor der Immatrikulation auf einer Auslandshochschule liegen, die hohen Studien- und Nebenkosten und die Probleme, die zuweilen mit der Anerkennung der ausländischen Studienabschlüsse im Inland auftreten können.

Auch Warten hilft

Bleibt noch die dritte Alternative: das Warten. Denn die Regel gilt: Irgendwann bekommt jeder seinen gewünschten Studienplatz. Nur kann dieses „irgendwann“ dazu führen, dass Gleichaltrige schon das erste Gehalt beziehen, während man selbst zu den Erstsemestern zählt. Daher ist auch diese Möglichkeit teuer. Ob sich das Warten – also das sogenannte Wartesemester – lohnt, hängt letztlich von dem Unterschied zwischen verlangtem NC und dem eigenen Notendurchschnitt ab. Je geringer der Unterschied, desto mehr erscheint das Warten als die eigentliche Lösung des Zugangsproblems. Hört man dagegen, dass bei manchen Universitäten – auch diese haben Wartelisten – bis zu 20 Wartesemester vergehen können, bevor man zum Zuge kommt, erkennt man das Problem. Die ZVS ist allerdings bei den Wartelisten weniger „zeitraubend“.
Und schließlich darf man auch nicht vergessen, dass Universitäten eine bestimmte Anzahl an Studienplätzen nach eigenen Kriterien vergeben können. Auch hier spielt der Abiturdurchschnitt eine Rolle, allerdings kann persönliche Eignung und eine überzeugende Selbstpräsentation den Vorteil des besseren Durchschnitts zumindest teilweise egalisieren.

Vielleicht etwas ganz Anderes?

Eventuell kommt Dir nach erfolglosen Bewerbungen im Wunschstudiengang der Gedanke, sich in eine völlig andere Richtung zu entwickeln. Vielleicht erst einmal ein Jahr im Ausland? Oder ein, zwei Praktika? Dadurch sollen sich schon viele, eigentlich festgezurrte Berufswünsche in eine völlig andere Richtung entwickelt haben…


Falls du irgendwelche Fragen oder Anregungen hast, dann zögere bitte nicht, und schreib uns eine Nachricht.