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Anwesenheitspflicht in der Vorlesung? Von Antestaten und Abtestaten

Ein wesentlicher Unterschied zwischen Schule und Studium ist die an vielen staatlichen Universitäten herrschende akademische Freiheit. Diese äußerst sich darin, dass nur in sehr wenigen Lehrveranstaltungen, wenn überhaupt, eine generelle Anwesenheitspflicht besteht.
Diese an sich sehr erstrebenswerte akademische Freiheit überfordert, vor allem in den Anfangssemestern durchaus den einen oder anderen Studierenden ganz erheblich, denn bei weitem nicht jeder hat bereits in der Schulzeit gelernt, sich den Lernalltag und die Wissensaneignung selbst erfolgreich zu strukturieren. In Studiengängen wie BWL und Jura gibt es an vielen Fakultäten in den Anfangssemestern lediglich verpflichtende Termine für Prüfungen und Hausarbeiten, alle anderen Veranstaltungen sind meist rein fakultativ. In höheren Semestern gewinnen Unterschriftslisten, auf denen die Anwesenheit der Studierenden dokumentiert wird, zunehmend eine wichtige Rolle. Die Versuchung, zumindest ab und an einen Kommilitonen oder eine Kommilitonin für sich unterschreiben zu lassen, ist hier natürlich groß. Dennoch sollte diese Praxis mit Vorsicht genossen werden, denn ein Betrugsversuch kann unangenehme Folgen haben. Der Dozent oder Professor, der die betreffende Lehrveranstaltung leitet, kann einen höchst unguten Eindruck vom Studierenden gewinnen, der im schlimmsten Fall bis zu den Abschlussprüfungen vorhält.

Jeder Studierende führt während des Studiums ein so genanntes Studienbuch, in dem die während des Studiums besuchten Vorlesungen und Seminare als so genanntes Testat dokumentiert werden. Bei Veranstaltungen ohne Anwesenheitspflicht ist das Gegenzeichnen des Dozenten im Studienbuch reine Formsache. Bei Lehrveranstaltungen mit Anwesenheitspflicht ist dies natürlich nicht so, hier wird der Dozent anhand der Unterschriftenlisten seine Entscheidung über das Testat treffen. In naturwissenschaftlichen Fächern wird der Begriff des Testates etwas anders gehandhabt. Ein Testat bezeichnet hier eine schriftliche oder mündliche Prüfung. Falls diese in Verbindung mit einem abzuleistenden Praktikum steht wird sie als Vortestat, Antestat oder als Abtestat bezeichnet.

Näher an der schulischen Struktur: Berufsakademien, Fach- und Privathochschulen

Ganz anders ist die Sachlage beispielsweise an privaten Universitäten und Fachhochschulen, auch an Berufsakademien (BAs) sind die Studiengänge meist deutlich “verschulter” und zeichnen sich durch eine hohe Quote von Lehrveranstaltungen mit Anwesenheitspflicht aus. Auch an künstlerische Hochschulen, die einen hohen Prozentsatz an Kleingruppen und auch Einzelunterricht bieten, ist die verpflichtende Teilnahme an diesen Unterrichtsstunden sinnvollerweise natürlich fest vorgeschrieben. An Berufsakademien besteht ein steter Wechsel von Theoriesemestern an der Akademie und Praxissemestern im den Studenten betreuenden Unternehmen. Für beide Semesterarten gilt eine strikte Anwesenheitspflicht.



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