Der etwas missverständliche Begriff „Wartesemester“ ist im Zusammenhang mit den zulassungsbeschränkten Studiengängen, für die ein NC festgelegt wird, zu sehen. Neben dem Notendurchschnitt des Abiturs ist die Wartezeit, die ein Bewerber auf einen Studienplatz hinter sich gebracht hat, ein zweites Kriterium. Die Betonung liegt dabei auf „zweites Kriterium“, denn die Meinung, die Wartezeit würde an der Abiturnote knabbern, bis es passt, ist missverständlich. Es gibt zwei verschiedene Listen. Die eine ist nach dem Abiturdurchschnitt sortiert, die andere nach der Wartezeit, also den Wartesemestern. Eine bestimmte Anzahl an zulassungsbeschränkten Studienplätzen wird für Bewerber auf der Warteliste offengehalten. Gibt es mehr gleichrangige, also gleichlang wartende Bewerber bals Studienplätze, kommt wieder der Notendurchschnitt als Auswahlkriterium zum Tragen.

Mit Sicherheit zum Studienplatz

Die ZVS versichert, dass derjenige, der ausreichend lange wartet, auch in den NC-Fächern mit Sicherheit seinen Studienplatz bekommt. Die zeitliche Anrechnung orientiert sich an der universitären Zeitrechnung: sechs Monate Wartezeit sind ein Wartesemester, ein Jahr Wartezeit sind zwei Wartesemester usw. Ein Bewerber kann sich also in etwa ausrechnen, wann er mit seinem Abiturdurchschnitt zum Zuge kommen wird.
Die Wartezeit beginnt mit dem Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung. Es ist nicht notwendig, sich direkt nach dem Abitur bei der ZVS zu melden. Falls man den Wehrdienst absolviert, einen freiwilligen sozialen oder ökologischen Dienst antritt, einen Auslandsaufenthalt hat oder eine Berufsausbildung abschließt, wird diese Phase automatisch als Wartezeit eingerechnet, wenn man sich erstmals bei der ZVS um einen Studienplatz bewirbt.

Vorsicht Falschparker!

Einen Fehler darf man allerdings nicht machen. Als Wartezeit gilt nur diejenige Zeit, in der man nicht an einer deutschen Universität oder Hochschule eingeschrieben war. Wer also glaubt, mit einem Parkstudium seine Wartezeit sinnvoll nutzen zu können, dem steht ein böses Erwachen bevor. Anders sieht es bei einem Studium im Ausland aus, obwohl man sich auch hier zur Sicherheit vorab informieren sollte.
Als elegante Lösung erscheint daneben eine Berufsausbildung, die für das spätere Studium vorteilhaft ist.

Wartesemester können die persönliche Entwicklung unterstützen

Ein entscheidender Vorteil von Wartesemester darf bei all den negativen Aspekten des Wartens und Jobbens und Nicht-Wissens, wann man sein Wunschstudium beginnen kann, nicht vergessen werden: Eventuell wird man sich in dieser Zeit über seine eigentlichen Zukunftswünsche bewusst und kommt vom eigentlichen, ursprünglichen Studienwunsch, beispielsweise durch ein Praktikum in einem bestimmten Bereich, ab. So erspart man sich viele aufreibende und deprimierende Semester im falschen Studiengang.


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