Das finanzielle Leben eines Studenten ist nicht leicht. Obwohl Bafög und die Eltern das Studium etwas leichter finanzieren lassen, ist das Studium eine kostspielige Angelegenheit, welche sich nicht selten durch extreme Sparmaßnahmen stemmen lässt. Aus diesem Grund greifen viele Studierende gerne und häufig auf Minijobs zurück. Der Maximalverdienst von 450 Euro besitzt den Vorteil, dass er steuerfrei ist. Dennoch lohnen sich diese Tätigkeiten in zahlreichen Fällen nicht, sodass viele Studenten lieber versuchen, selbstständig oder freiberuflich zu arbeiten. Um allerdings nicht in die rechtliche bzw. Steuerfalle zu tappen, musst du gewisse Vorgaben beachte.

 

Freiberufliche Tätigkeit bevorzugt

Während Minijobs einen Maximalverdienst von 450 Euro sowie Steuerfreiheit bringen, ist der Verdienst im Vergleich zum Arbeitsaufwand verschwindet gering. Obwohl in der Vergangenheit ein Maximalverdienst von lediglich 400 Euro erlaubt war, gehen zahlreiche Studenten einer dieser Tätigkeiten nach, um mithilfe von Bafög oder den Eltern ihr Studium finanzieren zu können. Inzwischen jedoch greifen viele Studenten lieber auf freiberufliche bzw. selbstständige Tätigkeiten zurück, da diese vor allem mehr Verdienst bieten. Das Angebot an freiberuflichen Tätigkeiten wächst zunehmend. Immer mehr Studenten sind als Promoter, im Umfrageservice oder als Werbetexter tätig.

Auch ein Dasein als Nachhilfelehrer oder Ghostwriter schlagen immer weniger Studenten aus, da der Verdienst äußerst rentabel im Vergleich zu einem Minijob ist. Jedoch zählen nicht alle Tätigkeiten zum Bereich der Freiberufe. Um als freiberufliche Tätigkeit anerkannt zu werden, muss die Arbeit entweder erzieherisch, künstlerisch, unterrichtend, wissenschaftlich oder schriftstellerisch sein. Tätigkeiten aus anderen Bereichen gelten nicht als freiberuflich und sind somit vor allem steuerlich anders zu behandeln.

 

Rechnungen verwalten

Bei einer angemeldeten Tätigkeit, welche im Verhältnis Arbeitgeber zu Arbeitnehmer steht, werden Steuern noch vor der Lohnauszahlung bezahlt. Auch Rechnungen bei einem fixen Dienstverhältnis sind unübel, sodass der Großteil der Arbeitnehmer keine steuerlichen Probleme bekommen. Hingegen führt bei einer freiberuflichen bzw. selbstständigen Tätigkeit niemand Buch, wodurch du als Arbeitnehmer selbst Rechnungen schreiben und verzeichnen musst.

Je nach Branche fallen die Rechnungen unterschiedlich aus, womit von Person zu Person verschiedene buchhalterische Aufgaben auftreten. Werbetexter, welche über eine Agentur arbeiten, können beispielsweise Rechnungen über besagte Agentur erstellen lassen. Freiberufliche Nachhilfelehrer hingegen müssen Rechnungen selbst schreiben und anschließend vermerken.

 

Nicht nur Vorteile

Eine freiberufliche bzw. selbstständige Tätigkeit bringt sowohl Vor- wie Nachteile. Eine der wesentlichen Vorteile ist die hohe Freiheit und Flexibilität, welche die Freiberufe bieten. Studenten, welche die Tätigkeit neben der Universität ausüben, können ihre Arbeitszeit frei und selbst einteilen, sodass Lern- und Arbeitszeiten ohne Probleme kombiniert werden können. Auch die Honorare befinden sich meist im höheren Bereich, sodass sie die Selbstständigkeit oft mehr Geld bietet als das fixe Dienstverhältnis. Jedoch sorgt die Selbstständigkeit nur so lange für Geld, wie sie ausgeübt wird. Während einer Krankheit oder im Urlaub lässt sich kein Geld verdienen und folglich auch keines ausbezahlen. Ebenfalls erhalten selbstständige Personen keine Boni oder andere zusätzliche Vergütungen, welche häufig bei fixen Dienstverhältnissen anfallen.

Zudem verfügen Selbstständige über keinen Arbeitsvertrag. Lohneinbußen kommen aus diesem Grund nicht selten vor. Auch Versicherungen werden nicht ermöglicht, weshalb du dich als freiberuflicher Studenten selbst versichern musst. Bevor jedoch eine Versicherung getätigt wird, musst du nachfragen, ob du nicht über ihre Familie per Gesetz mitversichert bist. Die kostenlose Versicherung kann aber nur bis zu einem Arbeitsausmaß von maximal 18 Stunden wöchentlich in Anspruch genommen werden. Ebenfalls darfst du nicht in ein Dienstverhältnis mit einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitgeber treten. Besteht keine Mitversicherung über die Familie, wird eine Unfallversicherung über die Berufsgenossenschaft benötigt.

Ein zusätzlicher kritischer Punkt ist das Bafög. Die Studentenförderung verfügt über eigene Verdienstgrenzen. Während ein fixes Dienstverhältnis im Ausmaß eines Minijobs mit einem Verdienst von bis zu 400 Euro monatlich geduldet wird, dürfen freiberufliche bzw. selbstständige Studenten monatlich maximal 323 Euro verdienen. Auch das gesamte Jahreseinkommen muss beachtet werden, falls Kindergeld bezogen wird. Die Höhe des Jahreseinkommens bei Kindergeld liegt bei 8.004 Euro.

 

Notwendige Unterlagen für das Finanzamt

Bei einer freiberuflichen Tätigkeit muss dennoch das Finanzamt verständigt werden. Hierfür werden gewisse notwendige Unterlagen benötigt. Hauptsächlich wird die Meldung der Tätigkeit über das Formblatt „Anzeige einer freiberuflichen Tätigkeit“ verwendet, um die benötigten Informationen zur Tätigkeit bekannt zu geben. Sobald das Formblatt ausgefüllt und abgegeben wurde, wird eine Steuernummer zugesandt. Mittels dieser Steuernummer muss du als Freiberufler bis zum 31. Mai im Folgejahr deine Steuern vermerken. Auch muss du selbst entscheiden, ob deine Tätigkeit als Kleingewerbe oder Vollgewerbe angemeldet wird.

Das Kleingewerbe verfügt über einen geringeren Buchführungsaufwand. Bei einem maximalen Jahresumsatz von 17.500 Euro wird bei einem Kleingewerbe nur eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung benötigt. Ein Vollgewerbe dafür besitzt einen wesentlich umfangreicheren Buchhaltungsaufwand, da weitere Unterlagen benötigt werden. Zu diesen zählen unter anderem eine Bilanz, eine doppelte Buchführung sowie eine Inventur.

Um eine Steuerfreiheit zu erhalten, sollten Studenten maximal einen Jahresumsatz bzw. -gewinn von 8.130 verzeichnen. Bis zu diesem Freibetrag müssen keine Steuern bezahlt werden. Übersteigt der Jahresumsatz den Freibetrag, wird der Steuerfreibetrag aus dem Umsatz errechnet, wobei die Kosten abgezogen werden. Zusätzlich lassen sich Werbungskosten wie etwa Webhosting, Werbung oder die Büromiete von der Steuer absetzen.


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