Wenn der Student oder die Studentin nicht in der beneidenswerten Situation sind, dass die Eltern finanziell in der Lage und auch gewillt sind, für die Kosten des Studiums und des Lebensunterhaltes aufzukommen, muss der Studierende nach einer Lösung suchen. Im ersten Schritt ist ein Antrag auf Leistungen nach dem BAföG (Bundesausbildungsförderungsgesetz) sehr sinnvoll. Viele Studierende haben Anspruch auf BAföG, auch wenn die im Bewilligungsverfahren ermittelten Sätze selten zum Lebensunterhalt ausreichen, so sind sie doch in jedem Fall eine höchst willkommene finanzielle Unterstützung. Trotz BAföG reicht das Geld aber meist dennoch nicht, denn die Kosten für den Lebensunterhalt, vor allem in Großstädten sind natürlich erheblich. Die Studierenden ohne BAföG und ohne relevante Unterstützung durch die Eltern stehen also vor einer höchst schwierigen Frage: Sollen sie lieber während des Studiums jobben oder aber einen Studienkredit aufnehmen?

Jobben während des Studiums vs. Aufnahme eines Studienkredites

Vor diese Frage gestellt, wählt die überwiegende Mehrheit der heutigen Studenten einen Nebenjob parallel zum Studium. Dabei gibt es allerdings einiges zu beachten: Wenn der Studierende gleichzeitig auch BAföG bezieht, wird jeder über 400 € hinaus gehende Verdienst im Nebenjob mit dem BAföG verrechnet. Studierende, die kein BAföG beziehen müssen dennoch gewisse jährliche Verdienstgrenzen einhalten, da der darüber hinausgehende Verdienst ansonsten mit dem Kindergeld verrechnet wird. Unabhängig von all diesen finanziellen Überlegungen sollte natürlich zu jedem Zeitpunkt klar sein, wo der Schwerpunkt liegt, nämlich auf der erfolgreichen Absolvierung des Studiums, idealerweise sogar in der vorgeschriebenen Regelstudienzeit. Um dies zu gewährleisten, sollte eine Arbeitszeit von maximal 20 Stunden pro Woche nicht überschritten werden.
Falls kein geeigneter Studentenjob zu finden ist, oder der enge Stundenplan im Studium keinen Nebenjob zulässt, kann ein Studienkredit eine gangbare Alternative sein. Normale Privatkredite sind auf Grund ihrer Konditionen und Zinsen für die Finanzierung eines Studiums dabei allerdings nicht zu empfehlen. Seit dem Jahre 2005 gibt es in Deutschland eine tragfähige Struktur für die Vergabe von Studienkrediten. Die erste Bank, die einen dezidierten Studienkredit auflegte, ist die staatliche KfW Bankengruppe, einige Privatbanken zogen in den vergangenen Jahren mit vergleichbaren Angeboten nach. Für einen Studienkredit werden im Regelfall keinerlei Sicherheiten verlangt, die Sicherheit für die Bank ist hier schlicht und einfach das spätere Einkommen des erfolgreichen Uni-Absolventen. Die Auszahlung eines Studienkredites erfolgt sinnvollerweise nicht auf einen Schlag sondern in monatlichen Raten. Studienkredite sind allerdings nach wie vor, zumindest in Deutschland, noch nicht sehr verbreitet, denn die Perspektive bereits mit einem hohen Schuldenstand in das zunehmend unsichere Studium zu starten, schreckt viele Studierende noch ab.


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