Die Zahl der selbständig Beschäftigten steigt. Allerdings führt der übliche Weg über ein langjähriges reguläres Arbeitsverhältnis in die Arbeitslosigkeit, mit der anschließenden Erkenntnis, dass man in seinem fortgeschrittenen Alter sowieso keine Chance auf eine Neueinstellung hat und den Sprung in die Selbständigkeit wagt. In manchen Fällen steht auch der feste Vorsatz, ab jetzt der eigene Chef zu sein und sich von niemandem mehr feuern zu lassen, als bestimmendes Motiv im Vordergrund.
Für den Studenten, der sich mit der Frage Selbständigkeit oder abhängige Beschäftigung befassen muss, mögen diese Feststellungen auf den ersten Blick völlig uninteressant sein. Seine Lage ist schließlich völlig anders. Das stimmt. Und es ist auch wiederum falsch, denn es zeigt, dass die Konkurrenz für Selbständige wächst.

Auftraggeber statt Arbeitgeber

Statt für einen Arbeitgeber arbeitet man für einen Auftraggeber. Wobei es von juristischer Seite her problematisch sein kann, nur für „einen“ Auftrageber tätig zu werden, weil der Verdacht einer Scheinselbständigkeit aufkommen kann. Überhaupt liegt der Vorteil eines selbständigen Tätigkeit in der Möglichkeit, gleichzeitig verschiedene Aufträge verschiedener Stellen eigenverantwortlich und in eigener Zeiteinteilung zu bearbeiten.


Grenzwerte beachten

Möglicherweise muss man einen Gewerbeschein haben, bei einer freiberuflichen selbständigen Tätigkeit muss man beim Finanzamt eine Steuernummer beantragen. Selbständige müssen sich um Dinge wie Versicherungen und Altersvorsorge selbst kümmern, ihre Vergütung aushandeln, diese eintreiben und sich mit Abrechnungen, Steuererklärungen etc. befassen. Je nach jährlichem Einkommen fallen BaföG, Kindergeld, die Familienkrankenversicherung weg, eventuell sind Mitgliedsbeiträge an die Handelskammer notwendig, müssen Umsatz- oder Gewerbesteuer entrichtet werden.

Selbständigkeit ist eine Überlegung wert, aber es sollte eine sorgfältige Überlegung sein. Für alle die, denen im späteren Berufsleben sowieso nur die selbständige oder freiberufliche Tätigkeit offensteht oder die schon immer „ihr eigenes Ding“ machen wollten, stellt sich allerdings die Frage: Warum bis nach dem Studium warten?


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