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Praktikum – “Muss” oder sinnlose Selbstausbeutung?

Die Idee des Praktikums…

Einst diente ein Praktikum seiner eigentlichen Idee: Erste berufliche Perspektiven sollten sich öffnen.
Der Kontakt mit potenziellen Arbeitgebern erschien frühzeitig sinnvoll. Die eigenen beruflichen Ambitionen sollten überprüft und Studieninhalte in der Praxis erprobt werden. Zwar wird dies alles im Idealfall auch heute noch erfüllt.

Die Situation junger Menschen hat sich jedoch um eine prekäre Dimension erweitert und der Praktikumsbegriff sich seitdem gedehnt.

… und was aus ihr wurde.

Der Mangel an bezahlten Einsteigerjobs drängt Tausende von Studenten auch nach dem Studium noch in ein Praktikum. Was Bestandteil der Ausbildung sein sollte, wird zur ersten beruflichen Perspektive. Sicher, wer ohne praktische Erfahrungen ein akademisches Studium abschließt, dem fehlt der Überblick in der Arbeitswelt. Eine begrenzte Auswahl an Praktika während der Studienzeit ist deshalb durchaus sinnvoll, zumal in vielen Branchen, vor allem im kulturellen Bereich, die Praxiserfahrung bei der Bewerbung ebenso viel wiegt wie die akademische Ausbildung.

Wenn aber nach einem erfolgreich abgeschlossenen Studium die einzige Perspektive ein nicht oder nur schlecht bezahltes Praktikum scheint, dann sollte sich nach Alternativen umgesehen werden. Eventuell ist ein Aufbaustudium dann die bessere Möglichkeit einer Weiterbildung.

Die Situation der Praktikanten ist branchenabhängig

Je nach Branche unterscheiden sich die Konditionen der Praktika. Während in den naturwissenschaftlichen, wirtschaftlichen und technischen Fächern Praktika häufiger vergütet werden und prozentual ein späterer Einstieg in den Betrieb wahrscheinlicher ist, so ist die Lage im Kulturbetrieb prekär. Kunst, Kultur und Medien sind beliebte Studienrichtungen. Es sind jene Studienrichtungen, die ihren Studenten erst durch eine Schärfung des eigenen Profils mit praktischen Tätigkeiten eine Perspektive vermitteln. Praktika sind hier unumgänglich und leider auch in der Regel unbezahlt. Wer mit diesen Studienfächern einen der wenigen Jobs auf dem Arbeitsmarkt ergattern möchte, legt häufig einen langjährigen und steinigen Weg als Praktikant zurück. Was gerne als sinnlose Selbstausbeutung gewertet wird, ist in der Praxis unumgänglich. Wer nicht mitzieht, überlässt einem anderen den begehrten Platz und unter Umständen auch die Position im Wunschberuf.

Die Meinungen zum Praktikum sind kontrovers. Verbände und Parteien diskutieren. Die Realität wird sich vermutlich nicht ändern. So bleibt es der Eigenverantwortung des Studenten überlassen, mögliche Praktika auf ihren Wertgehalt für die eigene Erfahrung und das eigene Profil zu überprüfen.



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