Fachhochschulen dürfen keinen Doktortitel verleihen

Das Studium an einer Fachhochschule ist im Gegensatz zum Universitätsstudium eher anwendungsorientiert ausgerichtet und nicht so theoretisch wie das Universitätsstudium.

Dementsprechend wird an Fachhochschulen kaum Grundlagenforschung betrieben, sondern es werden anwendungsorientierte Entwicklungsarbeiten durchgeführt. Eine Doktorarbeit beschäftigt sich allerdings meistens mit einer Problemstellung der Grundlagenforschung. Hinzu kommt, dass in Deutschland ausschließlich Universitäten das Recht besitzen, Doktortitel zu verleihen. Fachhochschulen haben hierzu keine Berechtigung. Es ist also nicht möglich, direkt an einer Fachhochschule einen Doktorgrad zu erwerben.

Wie geht es trotzdem?

Auch wenn es nicht möglich ist, den Doktortitel von einer Fachhochschule verliehen zu bekommen, gibt es eine Möglichkeit, trotzdem an Fachhochschulen zu promovieren. Hierzu muss man die Promotion in Form einer externen Promotion an einer Universität durchführen. Dies bedeutet, dass man zwar an der Universität eingeschrieben ist, dort mögliche Leistungsnachweise erbringt und auch dort seinen Doktorvater hat, aber die Forschungsarbeit für die Promotion an der Fachhochschule durchführt. Der Fachhochschul-Professor stellt in der Regel den Kontakt zum Doktorvater her, indem er mit diesem beim angestrebten Forschungsprojekt kollaboriert.

Durch diese Einschränkungen wird die Promotion an einer Fachhochschule etwas erschwert, ist aber nicht aufwendiger als die Promotion an einem Forschungsinstitut, das keiner Universität angehört oder als eine Promotion in der Industrie.

Kann man auch mit Fachhochschulabschluss promovieren?

Seit 1992 ist es laut eines Beschlusses der Kultusministerkonferenz vorgesehen, dass auch Fachhochschulabsolventen an Universitäten promovieren können. Die Promotionsordnung des jeweiligen Fachbereichs der jeweiligen Universität muss dies allerdings zulassen. Um zur Promotion zugelassen zu werden müssen Sie an der jeweiligen Universität bereits einen Betreuer haben. Da man sich aber auch als Universitätsabsolvent in der Regel nicht in einem Promotionsstudiengang einschreiben kann, ohne dass die Frage nach dem Doktorvater geklärt ist, ist dies kein Nachteil.

Es kann hingegen einigen Aufwand bedeuten, den Fachhochschulabschluss von der Universität anerkennen zu lassen. Hierfür müssen Sie an vielen Universitäten sehr genaue Nachweise über die besuchten Veranstaltungen und die Inhalte der durchgeführten Praktika erbringen. Ist der Abschluss dann endlich anerkannt, steht einer Promotion nichts mehr im Wege.


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