Wenn der Studierende sich hervorragend auf eine wichtige Prüfung vorbereitet hat und dann kurz vor der Prüfung erkrankt, ist dies natürlich höchst ärgerlich. Die Hochschule muss in diesem Fall unverzüglich, dass heißt ohne schuldhaftes Zögern, von dieser Erkrankung in Kenntnis gesetzt werden. In der Praxis bedeutet dies, dass der Student oder die Studentin sich spätestens am Tag nach der Prüfung schriftlich mit dem Sachverhalt an die Verwaltung der Hochschule wenden muss. Ein entsprechendes ärztliches Attest muss zeitnah nachgereicht werden.

Ganz anders liegt die Sache natürlich, wenn der Studierende eigentlich nicht so krank ist, sondern nur etwas angeschlagen. Die Versuchung ist hier natürlich groß, die Gelegenheit beim Schopfe zu packen und die Prüfung aus Krankheitsgründen nicht mitzuschreiben. Schließlich kann so äußerst wertvolle Lernzeit bis hin zu einem späteren Nachschreibe-Termin gewonnen werden. Entscheidend ist bei diesem „dezenten“ Betrugsversuch natürlich das ärztliche Attest, denn mit ihm steht und fällt die ganze Angelegenheit.

Ganz entscheidend: Das ärztliche Attest

An ein ärztliches Attest, dass einen Studierenden vor der anstehenden Prüfung bewahrt, werden durchaus hohe Anforderungen gestellt. Ein vom Hausarzt ausgestelltes ärztliches Attest ist leider in keinem Fall ausreichend, für diesen Fall gültige ärztliche Atteste können nur von einem Amtsarzt am Gesundheitsamt oder von einer Universitätsklinik ausgestellt werden. Auch eine Einlieferungsbestätigung in ein Krankenhaus würde hier natürlich ausreichen, widerspricht aber natürlich dem eigentlichen Zweck der fragwürdigen Krankmeldung.

Ganz entscheidend ist, dass die ärztliche Untersuchung so schnell wie möglich stattfindet, am besten bereits am Tag der Klausur, spätestens aber am nächsten Morgen. Nur wenn sie unverzüglich erfolgt ist, wird das daraus resultierende Attest auch vor dem Prüfungsamt der Universität Anerkennung finden. Selbst wenn dem Studierenden der untersuchende Arzt sehr wohlgesonnen ist oder sogar ein Gefälligkeitsattest ausstellt, ist der Ausstellungszeitpunkt des Attestes das entscheidende Kriterium für eine „erfolgreiche“ Verschiebung der Prüfung.


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