Obwohl inzwischen zahlreiche verschiedene Arten existieren, wie du dein Studium einrichten kannst, besitzen alle Arten denselben Vorteil bezüglich Steuer. Als Student kannst du dein Studium bzw. deine Studiengebühren von der Steuer absetzen. Aus steuerlicher Sicht ist es jedoch maßgeblich, ob du das Studium als Erst- oder Zweitausbildung betreibst. Die nachfolgenden Tipps zeigen dir, wie du deine Studiengebühren von der Steuer absetzen kannst.

 

Erst- oder Zweitausbildung ausschlaggebend

Generell kannst du die Kosten, welche im Zuge deines Studiums auftreten, von der Steuer absetzen. Grundsätzlich lässt sich sowohl eine Erst- wie Zweitausbildung von der Steuer absetzen. Dennoch wird nicht jedes Studium gleich behandelt, da ein Unterschied zwischen Erst- und Zweitstudium besteht. Als Erstausbildung gilt ein Studium, welches direkt an das Abitur anschließt. Auch ein abgebrochenes Studium oder ein Wechsel des Studienfachs gilt als Erstausbildung. Ebenfalls kannst du dein Studium unterbrechen und wiederaufnehmen, damit dies noch als Erstausbildung gilt.

Nimmst du jedoch dein Studium nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung auf, schließt ein zweites Studium an ein angeschlossenes Erststudium an oder führst eine Promotion nach einem abgeschlossenen Studium durch, handelt es sich um eine Zweitausbildung. Auch ein Masterstudium, welches an ein Bachelorstudium angeschlossen wird, gilt als Zweitausbildung.

 

Höhe des Absetzbetrags

Von der Steuer kannst du jederzeit deine Erstausbildung und somit dein Erststudium absetzen. Möchtest du dein Studium bzw. deine Studiengebühren von der Steuer absetzen, handelt es sich um eine steuerlich begünstigte private Ausgabe, welche unter den Bereich der Sonderausgaben fällt. Der Abzug von der Steuer ist jährlich auf 6.000 Euro begrenzt. Studienkosten wie deine Studiengebühren kannst du zudem immer nur im jeweiligen bzw. selben Jahr absetzen. Ebenfalls erreichst du den Steuervorteil nur, wenn du mit deinen Einkünften Steuern zahlst. Zahlst du keine Steuern, kannst du die Steuerbegünstigung nicht erreichen.

Bei einer Zweitausbildung bzw. einem Zweitstudium fällt der Steuervorteil unter die beruflichen Ausgaben, sodass der Steuervorteil unter Werbungskosten abzugsfähig ist. Anders als beim Erststudium besitzt das Zweitstudium keine Abzugsgrenze, wodurch der Abzug in seiner Höhe unbegrenzt ist. Zugleich musst du die Studienkosten wie die Studiengebühren nicht zwingend im selben Jahr noch absetzen. Werden bestimmte Voraussetzungen erfüllt wie ein Verlustrückantrag bzw. Verlustvortrag, kannst du die Kosten auch in einem anderen Kalenderjahr absetzen.

 

Sonderausgaben vs. Werbungskosten

Nicht jeder Student kann seine Studiengebühren gleichermaßen absetzen. Bei der Erstausbildung ist es dir nur möglich, die Gebühren als Sonderausgaben geltend zu machen. Die Gebühren für die Erstausbildung werden aus steuerrechtlicher Sicht als Kosten der privaten Lebensführung gehandhabt. Deshalb lassen sich nur Gebühren bis maximal 6.000 Euro absetzen, sofern du Steuern zahlst. Gebühren, welche in der Zweitausbildung auftreten, gelten hingegen immer als Werbungskosten. Da die Kosten für die Zweitausbildung als berufliche Ausgaben gelten, besitzen sie keine Maximalhöhe. Aus diesem Grund bringen dir Werbungskosten und somit eine Erstausbildung einschließlich Berufsausbildung vor deinem Studium steuerlich mehr als Sonderausgaben. Dennoch kannst du dein Studium nicht als Zweitausbildung geltend machen, wenn du zwischen Abitur und Studium einen einzigen Lehrgang absolvierst. Nur eine Erstausbildung, welche im Vollzeitumfang mit mindestens 20 Stunden pro Woche und einer Dauer von zwölf Monaten durchgeführt wird, gilt als Erstausbildung.

Ebenso muss die Erstausbildung geordnet sein, sodass sie anhand eines Lehrplans strukturiert ist und ein festgelegtes Ausbildungsziel besitzt. Zugleich muss deine Erstausbildung mit einer Abschlussprüfung abgeschlossen werden. Ausnahme ist hier nur eine Ausbildung, deren Ausbildungsplan keine sollte Prüfung beinhaltet.

Alle anderen Formen einer beruflichen Vor- bzw. Erstausbildung können bei der Steuer bzw. beim Studium nicht als tatsächliche Erstausbildung berücksichtigt werden, wobei du bei der Steuer immer nur Sonderausgaben bis maximal 6.000 Euro absetzen kannst.

 

Nicht nur Studiengebühren

Bei der Steuererklärung lassen sich zahlreiche verschiedene Kosten rund um dein Studium absetzen. Dies gilt für eine Erst- wie Zweitausbildung. Durch die steuerlichen Vorteile erhältst sparst viel Geld, welches du in andere Gebiete deines Studiums reinvestieren kannst. Zu den absetzbaren Kosten zählen unter anderem deine Studiengebühren, Fahrtkosten zwischen Hochschule bzw. Universität und deinem Wohnort, Prüfungsgebühren, Kosten für Repetitorien, Bücher und Lernmaterialien wie Computer, Papier und Stifte, Kosten für beruflich veranlasste Sprachkurse, Fahrtkosten zu Lerngemeinschaften, Zinsen für ein Ausbildungsdarlehen wie ein KfW-Studienkredit oder BAföG oder Kosten für eine Zweitwohnung in deiner Studienstadt, falls du eine doppelte Haushaltsführung nachweisen kannst. Ebenfalls darfst du die Studienkosten wie Studiengebühren von der Steuer absetzen, wenn du einen Auslandsaufenthalt durchführst.

 

Studiengebühren von der Steuer absetzen

Um letztendlich deine Studiengebühren von der Steuer absetzen zu können, musst du den demensprechenden Posten in der Steuererklärung berücksichtigen. Sonderausgaben, welche bei der Erstausbildung fällig werden, musst du hierbei immer im jeweiligen Kalenderjahr geltend machen, da sie sonst verfallen. Werbungskosten hingegen kannst du auch in das nächste Jahr mitnehmen. Zahlst du zu viel Einkommenssteuer, kannst du den Lohnsteuerüberschuss innerhalb von vier Jahren zurückholen. Deine Steuererklärung tätigst du mittels eines vorgedruckten Formulars, welches du ausgefüllt ans Finanzamt schickst.

Auch online über „ElsterOnline“ kannst du deine Steuererklärung machen und somit deine Studiengebühren absetzen. Sämtliche Studienkosten, welche du von der Steuer absetzen möchtest, musst du mit dem ausgefüllten Antrag mitschicken. Dies geschieht in Form von Belegen, wobei du für jeden Posten einen eigenen Beleg benötigst.


Falls du irgendwelche Fragen oder Anregungen hast, dann zögere bitte nicht, und schreib uns eine Nachricht.