Die Zwangsexmatrikulation ist nicht nur aufgrund ihrer Wortgewalt ein beängstigendes Szenario für Studenten. Sie umschreibt die zwangsweise, unfreiwillige Entfernung von Studenten aus dem aktuellen Studiengang. Sie kann verschiedene Ursachen haben – ganz gleich, was der Grund für die Zwangsexmatrikulation ist, in einem solchen Fall muss der Studierende handeln.

Verhaltensbasierte Exmatrikulation

Zur Zwangsexmatrikulation kann es dadurch kommen, dass eingeschriebene Studierende Gewalt gegen Kommilitonen androht oder verhindert, dass Veranstaltungen ordnungsgemäß stattfinden. In dieser Form gleicht sie einer Entlassung von verhaltensauffälligen Schülern aus der Schule.

Finanziell begründete Exmatrikukation

Häufig wird eine Zwangsexmatrikulation aus finanziellen Gründen vorgenommen. Das kann passieren, wenn eingeschriebene Studenten die Studienbeiträge oder andere offene Rechnungen gegenüber der Hochschule nicht begleichen. Die Methode wird gern von Studenten genutzt, die ohnehin das Studium abbrechen wollen – dadurch müssen sie keine weiteren Formulare ausfüllen, sondern lassen sich die Arbeit abnehmen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch die Krankenversicherung. Jede Hochschule muss abfragen, wo die Studierenden versichert sind – wer allerdings die Gebühren seiner Krankenversicherung für mindestens ein halbes Jahr nicht zahlt, erhält ohne Vorwarnung den Bescheid über die Zwangsexmatrikulation.

Leistungsbedingte Exmatrikulation

Die dritte große Ursache für Zwangsexmatrikulationen sind Prüfungen. Wer innerhalb einer gewissen Zeit gar keine Prüfungen oder andere Leistungsnachweise ablegt, wird je nach Bundesland zwangsexmatrikuliert. Dasselbe gilt für Studierende, die wichtige Teilabschnitte des Studiums endgültig nicht bestanden haben.
Eine Zwangsexmatrikulation kommt selten aus heiterem Himmel – und doch sind die meisten Studierenden überrascht, wenn die Bescheinigung im Briefkasten liegt. Da sich dadurch vieles verändert, müssen sie schnell handeln. Wer einen Studienkredit oder BAföG-Leistungen bekommt, wird diese nach der Exmatrikulation nicht mehr erhalten. Um sich finanziell absichern zu können, sollte er sich deswegen beim Arbeitsamt oder an anderer Stelle melden. Leistungen zur Sicherung seines Grundbedarfs stehen zwangsexmatrikulierten Studierenden unabhängig vom Alter zu, bis sie eine neue Lösung gefunden haben.


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