Muss ich mein Abi nachholen, um studieren zu können?

Die meisten Menschen denken, dass ein Studium ohne Abitur oder Fachabitur nicht möglich sei. Doch das ist ein Irrtum, denn für ein Studium an einer deutschen Hochschule ist das Abitur nicht zwingend erforderlich. In allen 16 Bundesländern wird der Hochschulzugang durch den sogenannten „dritten Bildungsweg“ ermöglicht. Die Zugangsrichtlinien wurden in den letzten Jahren zusätzlich gelockert, um dem drohenden Fachkräftemangel in Deutschland entgegen zu wirken. Doch wie kann man ein Studium ohne Abitur erreichen?

Voraussetzungen für ein Studium ohne Abitur

Bildung ist in Deutschland bekanntlich Ländersache. So entscheidet jedes Bundesland über den Hochschulzugang für rein beruflich Qualifizierte. Grundvoraussetzung ist immer eine mindestens zweijährige, abgeschlossene Berufsausbildung und mindestens zwei Jahre Berufserfahrung. In den meisten Bundesländern wird die Eignung durch eine Zugangsprüfung geprüft. Auch ein sogenanntes Probestudium (meinst zwei bis vier Semester) und universitäre Eignungsgespräche mit Professoren können als Beleg für die Studieneignung dienen. Diese Prüfungen und Eignungsgespräche entfallen jedoch, wenn der angehende Studierende eine betriebliche Aufstiegsfortbildung erfolgreich absolviert hat, also den Titel Meister, Techniker, Fachwirt oder einen gleichgestellten Abschluss erreicht hat. Hier werden lediglich bestimmte Auswahl- und Zulassungsverfahren abhängig vom gewählten Studiengang angewandt. Dies gilt vor allem bei fachfremden Studiengängen.

Einschränkungen für Studierende ohne Abitur

Wer ohne Abitur einen Studienplatz erhält hat gegenüber Studierenden mit Abitur allerdings gewisse Nachteile. So steht Studierenden, die lediglich über eine abgeschlossene Ausbildung und die entsprechende Berufserfahrung verfügen, nur ein fachgebundener Studiengang offen. Wie die Hochschulrektorenkonferenz im Jahr 2008 beschloss, soll der Studiengang hier berufsqualifizierend sein, ein Fachwechsel ist nicht möglich. Ein Ortswechsel soll in Zukunft nach einem Jahr Studium möglich sein. Abschlüsse von betrieblichen Aufstiegsfortbildungen, also die bereits erwähnten Meister, Techniker, Fachwirte und ähnliche Abschlüsse, fallen nach einem Beschluss der Kultusministerkonferenz vom März 2009 nicht unter diese Einschränkungen. Diese Abschlüsse sind dem Abitur somit beinahe gleich gestellt.

Studium ohne Abitur im Ausland

Zahlreiche Länder bieten die Möglichkeit mit mittlerer Reife und einer abgeschlossenen Berufsausbildung ein Hochschulstudium zu erreichen. Oft sind die Aufnahmemodalitäten deutlich leichter als in Deutschland, was viele dazu veranlasst, sich dort umzusehen. Diese Auslandsstudiengänge sind ebenfalls unter Umständen BAföG-berechtigt und unterliegen, anders als in Deutschland, nicht der Fachbezogenheit auf den eigenen Beruf. Für Studierwillige ohne Abitur ist dies oft die einfachste Möglichkeit, zum gewünschten Studienplatz zu kommen.
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auch auf just-study.com

Weiterführende Infos:

Auf Abitur-nachholen.org finden Sie ausführliche Informationen zum Studieren ohne Abitur.


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