Viele Studierende möchten nach dem Studium ins Ausland gehen und mittels Work & Travel die Welt erkunden. Auch während des Studiums bietet sich die Alternative, ein Urlaubssemester für diesen Aufenthalt zu nutzen. Somit muss der Auslandsaufenthalt nicht zwischen Bachelor- und Aufbaustudium stattfinden, sondern kann mittels weniger Schritte schon im jeweiligen Studium stattfinden.

 

Auslandspraktikum via Work & Travel

Praktika zeugen von der Fähigkeit eines jeden Menschen, welcher über kaum Berufserfahrung verfügt. Auch Personen mit ausreichend beruflicher Qualifikationen können ihren Lebenslauf mit einem Praktikum aufwerten. Besonders Auslandspratika hinterlassen bei Arbeitgebern einen großen Eindruck, sodass vor allem Studenten ein Auslandsaufenthalt anstreben. Dennoch muss der Auslandsaufenthalt nicht vor dem Studium oder während zwei aufeinanderfolgender Studien abgehalten werden.

Neben der Möglichkeit eines Auslandssemesters bzw. -jahres besteht die Chance, ein Urlaubssemester zu beantragen und Work & Travel zu betrieben. Dennoch sollte vor der Beantragung geklärt werden, ob die jeweilige Studiensituation tatsächlich ein Urlaubssemester ermöglicht oder das Studium durch den Ausfall zurückfällt.

 

Urlaubssemester gezielt nutzen und beantragen

Ein sogenanntes Urlaubssemester ist ein Abschnitt im Studium, in welchem der Student sein Studium für ein gesamtes Semester unterbricht. Der Unterschied zwischen einem Auslandssemester, Studienabbruch und Urlaubssemester ist hierbei wesentlich. Ein Studienabbruch sorgt dafür, dass das gesamte Studium ohne Abschluss beendet wird. Bei einem Auslandssemester lebt der Studierende in einem anderen Staat und studiert an einer dementsprechenden Hochschule. Mit einem Urlaubssemester hingegen bestimmt der Student selbstständig eine Studienpause für ein gesamtes Semester. Er bricht das Studium nicht ab, befindet sich jedoch das ganze Semester über nicht an der Hochschule. Das Urlaubssemester wird weder auf die Regelstudienzeit angerechnet noch gilt es als Fachsemester. Die Immatrikulation bleibt weiterhin bestehen, ohne dass die Pflicht zur Teilnahme am Studium besteht. Allerdings muss ein Urlaubssemester beantragt werden. Dies geht nicht ohne triftigen Grund wie etwa eines Praktikums im In- oder Ausland.

 

Voraussetzungen für ein Urlaubssemester

Um ein Urlaubssemester zu beantragen, musst du immer einen triftigen Grund vorweisen. Möchtest du beispielsweise nur ein Semester lang das Studium unterbrechen, gilt dies nicht als ausreichender Grund. Hingegen eignen sich Praktika jeder Art, wie sie unter anderem bei Work & Travel durchgeführt werden können, als gute Begründung. Die Beurlaubung wird jedoch erst dann genehmigt, wann das Praktikum nicht in der Prüfungsordnung vermerkt wird. Dies gilt auch für einen anderen Auslandsaufenthalt. Das Praktikum bzw. der Aufenthalt müssen stets freiwillig sein.

Wird in der Prüfungsordnung ein Auslandsaufenthalt bzw. Praktikum vermerkt, sodass eine Pflicht besteht, kann hier kein Urlaubssemester beantragt werden. Pflichtpraktika, welche zur eigenen Studienleistung zählen, werden als normales Fachsemester gewertet und dementsprechend gehandhabt.

 

Beantragung eines Urlaubssemesters

Im Normalfall benötigst du einen schriftlichen Antrag, um ein Urlaubssemester beantragen zu können. Der Antrag wird anschließend vom Studierendensekretariat der jeweiligen Hochschule bearbeitet. Viele Hochschulen bieten spezielle Antragsvordrucke an, welche entweder auf der Website oder bei der Hochschulverwaltung bezogen werden können. Zusätzlich zum Antrag wird ein Beurlaubungsgrund benötigt, der gleichzeitig mit dem Antrag eingereicht wird. Wird während des Work & Travel Aufenthalts ein Praktikum abgehalten, genügt dies normalerweise.

Urlaubssemester musst du immer vor der Rückmeldefrist zum kommenden Semester anfragen. Manche Hochschulen aber machen hier Ausnahmen, sodass auch eine Beantragung während der ersten Semesterwochen machbar ist. Andere Hochschulen erlauben sogar eine rückwirkende Beurlaubung, wobei ebenso bereits getätigte Zahlungen in manchen Fällen teilweise oder vollständig zurückgezahlt werden. Jedoch verbieten nahezu alle Hochschulen ein Urlaubssemester im ersten Semester. Ausnahmen können hier ebenso jede Hochschule veranlassen. Das Urlaubssemester gilt für mindestens ein Semester. Ein kürzerer Zeitraum ist nicht möglich. Bei einem längeren Auslandsaufenthalt bzw. Praktikum kann ein zusätzliches Urlaubssemester beantragt werden. Das Maximum an zwei Urlaubssemestern kann allerdings nicht überschritten werden, sodass der Work & Travel Aufenthalt nicht länger als ein Studienjahr dauern kann, insofern das Studium fortgesetzt werden soll.

 

Ablehnung des Urlaubssemesters

Falls das Urlaubssemester abgelehnt wird, musst du auf den Work & Travel Aufenthalt nicht verzichten. Falls die Studienordnung dies nicht verhindert und das Studium relativ flexibel ist, kannst du auch ohne ein offiziell genehmigtes Urlaubssemester der Auslandsaufenthalt antreten. Der Nachteil liegt jedoch in den Finanzen. Urlaubssemester sind frei von Semestergebühren. Bei einem eigens gewählten Pausensemester müssen die Zahlungen aber immer getätigt werden. Der Auslandsaufenthalt sorgt zugleich dafür, dass du kein Bafög beziehen darfst.

Bist du auf das Bafög angewiesen, musst du das Urlaubssemester gut planen. Während der Studienpause besteht kein Anspruch auf die staatliche Studienunterstützung. Zugleich musst du das Bafög-Amt über den Auslandsaufenthalt informieren, wenn das Urlaubssemester genehmigt wird. Während dieses Zeitraums wird die Zahlung eingestellt. Bei einer rückwirkenden Beurlaubung musst zudem das Geld an das Bafög-Amt zurückzahlen. Wird weiterhin illegal Bafög bezogen, wird nicht nur das Geld zurückgefordert, sondern ebenfalls möglicherweise eine Geldstrafe veranlasst. Wird kein Bafög bezogen, wird auch keine Meldung für das Urlaubssemester bzw. den Auslandsaufenthalt benötigt.


Falls du irgendwelche Fragen oder Anregungen hast, dann zögere bitte nicht, und schreib uns eine Nachricht.