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Darf der Vermieter einen neuen Mitbewohner ablehnen?

Für den Mietvertrag in einer WG sind drei Modelle denkbar, die jeweils gewisse Nachteile für die Vertragsparteien bereit halten. Im ersten Modell tritt einer der WG-Bewohner als Hauptmieter in Erscheinung, die weiteren Mitbewohner sind seine Untermieter. Der Hauptmieter haftet in diesem Modell für die gesamte Miete, wenn er untervermietet wird er quasi selbst zum Vermieter und hat dementsprechend ein großes Interesse an solventen Untermietern. Darüber hinaus muss natürlich auch die persönliche Sympathie stimmen, schließlich soll die WG ja eine Weile Bestand haben. Für die Untermieter kann es problematisch werden, wenn der bisherige Hauptmieter ausziehen möchte, denn der Vermieter ist nicht verpflichtet, einen der bisherigen Untermieter als neuen Hauptmieter zu akzeptieren.

In einem zweiten denkbaren Modell sind alle WG-Bewohner vollwertige Hauptmieter, die als Gesamtschuldner für die Miete haften. Dieses an sich transparente Modell verkompliziert sich, wenn einer oder mehrere WG-Mitbewohner vorzeitig ausziehen wollen. Um hier Probleme und Streitigkeiten bereits im Vorfeld möglichst zu minimieren, sollten die WG-Bewohner untereinander verbindliche vertragliche Regelungen für den Ein- und Auszug treffen. Wenn ein neuer WG-Bewohner erfolgreich gefunden wurde, muss schließlich nur sein Name im Mietvertrag ausgetauscht werden. Ein drittes Modell, das in der Praxis aber wohl nur höchst selten anzutreffen ist, besteht aus einem Einzelmietvertrag pro WG-Bewohner. Ein solches Modell findet allerdings nur selten die Zustimmung eines Vermieters, weil es für diesen in der Praxis beinahe nur Nachteile mit sich bringt und darüber hinaus auch einen erheblichen administrativen Mehraufwand für den Vermieter bedeutet. Einziger wirklicher Vorteil für den Vermieter ist bei diesem Modell, dass er die volle Kontrolle über die Auswahl eines neuen, zuverlässigen und solventen Mieters hat.

Darf der Vermieter generell über einen neuen WG-Mitbewohner mitbestimmen?

Da eine WG eine zeitlich begrenzte Zweckgemeinschaft ist, hat der Vermieter sowohl beim “Hauptmieter”-Modell als auch beim “Untermieter”-Modell nur sehr begrenzten Einfluss auf die Auswahl eines neuen WG-Mitbewohners. Wenn allerdings klare Tatsachen wie beispielsweise eine Eidesstattliche Versicherung vorliegen, die berechtigte Zweifel an der Zahlungsfähigkeit eines potentiellen Haupt- oder Untermieters aufkommen lassen, so kann der Vermieter sehr wohl mit dem Argument der Unzumutbarkeit punkten.



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