Als Student einen Zweitwohnsitz anmelden

Ein Großteil der Studenten zieht zu Beginn des Studiums aus dem Elternhaus aus und beginnt ein neues Leben in der ersten eigenen Wohnung. Dieser neue Wohnsitz muss natürlich angemeldet werden, denn man möchte Post schließlich nicht mehr ins Elternhaus liefern lassen müssen. Viele Studenten melden ihren neuen Wohnsitz nur als Zweitwohnsitz an, während sie hauptsächlich noch bei den Eltern als wohnhaft gemeldet sind. Die Anmeldung eines Zweitwohnsitzes sollte man sich allerdings genau überlegen, denn völlig unproblematisch ist er nicht.

Zweitwohnsitz und Steuern

Je nach Standort des Zweitwohnsitzes kann eine Steuer dafür fällig werden. Einige deutsche Städte, die als Hochschulstandorte bekannt sind, haben diese Regelung vor allem für Studenten eingeführt, die einen Zweitwohnsitz dort angemeldet haben. Dies ist unter anderem in Städten wie Nürnberg, München, Berlin, Hamburg oder Heidelberg der Fall. Der effektive Steuersatz für eine studentische Zweitwohnung variiert dabei je nach Stadt und kann in der jeweiligen Satzung nachgelesen werden. Die Steuer soll Studierende dazu motivieren, ihren Hauptwohnsitz in den Standort des Studiums zu verlegen, doch im Endeffekt bedeutet er nur eine weitere Belastung, denn viele Studierende möchten aus diversen persönlichen Gründen gern bei ihren Eltern gemeldet bleiben.

Zweit- oder Hauptwohnsitz?

Bei der Entscheidung für oder gegen einen Zweitwohnsitz sollte man sich immer die Frage stellen, ob er wirklich sinnvoll ist. Zum einen muss man natürlich die Steuer bedenken, die je nach Stadt anfallen kann. Sollte man jemals finanzielle Probleme bekommen, kann es andererseits sein, dass Briefe darüber an die Adresse der Eltern zugestellt werden, da Inkassounternehmen Möglichkeiten haben, alle Adressen zu ermitteln. Öffnen dürfen sie sie zwar nicht, geheim halten kann man seine persönlichen Angelegenheiten dann aber auch nicht. Um neugierigen Eltern die Versuchung zu ersparen, die Post des Kindes zu öffnen, sollte man sich vielleicht gegen den Hauptwohnsitz bei ihnen entscheiden, was jedoch eine sehr persönliche Entscheidung ist.

Zweitwohnsitz im Vorort

Um der Steuer für den Zweitwohnsitz zu entgehen, kann man als Student auch in einen Vorort ziehen, in dem sie entfallen würde. Diesen Schritt sollte man sich allerdings gut überlegen, denn Vororte können Nachteile mitbringen. Das beginnt bereits bei der Distanz zur Hochschule und der Verkehrsanbindung mit dem ÖPNV, die in einigen Bundesländern suboptimal ausfällt. Ein eigenes Auto kann man kurzfristig verlieren – und auch dann muss man die Vorlesungen besuchen, was zum Problem werden kann. Viele Studierende genießen auch die Nähe zur Stadt, da die kurzen Wege viel Zeit für lange Fahrten sparen.


Falls du irgendwelche Fragen oder Anregungen hast, dann zögere bitte nicht, und schreib uns eine Nachricht.

2 Kommentare

  1. Ich bin in der vorlesungsfreien Zeit bei meinen Eltern und arbeite hier auch. Hierzu benötige ich ÖPNV. Gestern meinte ein Kontrolleur mein Semesterticket sei in diesem Gebiet nur dann gültig, wenn ich auch hier wohne. Jetzt wollte ich einen Zweitwohnsitz anmelden, dieser wäre dann WOhnsitz meiner Eltern. Allerdings ist dann die Frage ob der Zweitwohnsitz, dann mit auf der Meldebescheinigung steht und ich dann mein Fahrticket nutzen kann. Und muss man als Student jetzt auch Steuern zahlen?
    Oder gibt es eine vorrübergehende zustätzliche Meldebescheinigung, die ich beantragen kann?

  2. Redaktion Studitipps.com

    Hallo Tuba,

    das Problem ist, dass Städte und Gemeinden Zweitwohnsitze und Zweitwohnungssteuern sehr unterschiedlich handhaben, und ich nicht weiß, in welcher Stadt du studierst. Die Frage ist ja die: Wäre es nicht einfacher, wenn du, um die Problematik mit den Steuern (fast alle größeren Universitätsstädte erheben Zweitwohnungssteuern für Studenten) zu umgehen, deinen Erstwohnsitz in deinen Studienort verlegst?

    Viele Grüße
    Oliver

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